Der Vorstand der Werner-Schulz-Initiative folgt damit dem Vorschlag einer unabhängigen fünfköpfigen Jury unter Leitung von Stephan Bickhardt, Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen und Mitgründer von Demokratie Jetzt 1989.
„Ausgezeichnet wird Ina Rumiantseva für ihren unermüdlichen Einsatz für eine demokratische Entwicklung in Belarus“, so Bickhardt. „Wie Werner Schulz engagiert sie sich mutig und unermüdlich für die Bürgerrechte in Belarus und einen gesellschaftlichen Konflikt, der in Deutschland aktuell wenig Beachtung findet. Dabei sind die Menschen 2020 auch dort für mehr Freiheit auf die Straße gegangen, so wie wir 1989“.
Durch die Repressalien von Staatspräsident Aljaksandr Lukaschenka wurden die demokratischen Proteste niedergeschlagen, Beteiligte werden bis heute verfolgt. Zahlreiche Oppositionelle sitzen seit dieser unvollendeten Revolution als politische Gefangene teils unter extrem schwierigen Bedingungen in Haft.
Thomas Vogel, Vorsitzender des Vereins, betont: „Wir wollen eine bleibende Erinnerung an Werner Schulz schaffen, die seinem Leben und seinem Lebenswerk gerecht wird. Sein Vermächtnis liegt in seinem jahrzehntelangen Handeln für ein gemeinsames, demokratisches und friedliches Europa. Er war Teil der aktiven Zivilgesellschaft in der DDR und hat sich nach 1989 für die Zivilgesellschaft in Osteuropa und Russland stark gemacht. Ina Rumiantseva ist eine starke und sehr engagierte Frau und eine würdige Preisträgerin für die erstmalige Vergabe des Preises“.
Ina Rumiantseva, geboren 1976 in Ostberlin, studierte Volkswirtschaft und war in verschiedenen Unternehmen und Organisationen mit Schwerpunkt Osteuropa tätig, unter anderem beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Seit 2020 engagiert sie sich gemeinsam mit ihrem aus Minsk stammenden Mann für die Demokratiebewegung in Belarus. 2021 baute sie für den Verein RAZAM u.a. die über 100 Expertinnen und Experten und NGOs umfassenden Plattform „Arbeitskreis Belarus“ auf. Zuletzt initiierte sie die Taskforce Belarus, die sich vor allem für die mehr als hundert politischen Gefangenen in Belarus einsetzt.
Ein wichtiges Forum der Aktivitäten und ihrer Aufklärungsarbeit zu Belarus sind u.a. die politischen Andachten in der Berliner Gethsemanekirche, in deren Rahmen sie wöchentlich über die Lage in Belarus berichtet. Ihre öffentlichen Vorträge und Präsentationen zur politischen
Situation in Belarus sind einprägsam und mobilisieren Unterstützerinnen und Unterstützer bundesweit.
Die Werner-Schulz-Initiative e.V. hat sich nach dem plötzlichen Tod des DDR-Bürgerrechtlers und früheren Bundestags- und Europaabgeordneten Werner Schulz am 9. November 2022 gegründet. Sie geht zurück auf eine Gruppe von Freund:innen und ehemaligen Kolleg:innen von Werner Schulz aus Politik und Zivilgesellschaft. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, dauerhaft an das Leben und Werk von Schulz zu erinnern. Im Juni 2024 hat sie sich als Verein konstituiert. Über 50 teils prominente Erstunterstützerinnen und -unterstützer haben die Initiative von Anfang an unterstützt.
Dem Verein geht es neben dem Gedenken an den ehemaligen Bürgerrechtler vor allem um die Ermutigung von politisch engagierten Bürgerinnen und Bürgern durch die Auszeichnung mit dem Werner-Schulz-Preis. Mit diesem sollen Menschen, Initiativen, Organisationen aus Zivilgesellschaft oder Kultur, Medien, Politik, Bildung oder Wissenschaft aus einem europäischen Land geehrt werden, die sich in herausragender und konsistenter Weise sowie mit hohem persönlichem Einsatz für zentrale Anliegen einer gemeinsamen europäischen Verständigungs- und Demokratie-Agenda engagieren. Auch die Vergabe von Stipendien ist zukünftig geplant.
Die Preisübergabe erfolgt am 22. Januar 2025, dem 75. Geburtstag von Werner Schulz im Rahmen einer Festveranstaltung in der Evangelischen Akademie zu Berlin. Dort soll an das Leben und Wirken des ehemaligen Bürgerrechtlers erinnert werden. Die Ehrung seines Lebenswerks beschränkt sich dabei nicht auf die Erinnerung und den Rückblick auf seinen jahrzehntelangen Einsatz für die europäische Demokratie. Vielmehr soll sein Vermächtnis in nächste Generationen weitergetragen und von ihnen weitergeführt werden.
Erstmalige Auslobung
Die Vorbereitungen für die erste Vergabe des Werner-Schulz-Preises laufen auf Hochtouren. Die Preisverleihung findet am 22. Januar 2025, dem 75. Geburtstag von Werner Schulz, im Rahmen einer Festveranstaltung in Berlin statt.
Aktuell haben wir als Grundlage für die Vergabe entsprechende Regeln in einer Preisordnung festgelegt.
Die öffentliche Ausschreibung für den Preis ist seit dem 8. Oktober auf unserer Webseite zu finden. Der Annahmeschluss für Vorschläge ist der 17. November (neu!). Ende November soll der Vorschlag der Jury feststehen, Anfang Dezember fällt dann die endgültige Entscheidung durch den Vorstand und die öffentliche Bekanntgabe.
Die Jury besteht aus fünf Mitgliedern und steht unter Leitung von Stephan Bickhardt. Mitglied aus dem Vorstand ist Gesine Märtens. Weitere Mitglieder sind Basil Kerski, Ina Sherbakowa und Rebecca Harms.
Wir wollen jetzt die Zeit nutzen, um weitere Mitglieder für unseren Verein zu werben. Der Verein ist seit Juni im Amtsregister eingetragen, die Gemeinnützigkeit ist beantragt.
Der reguläre Mitgliedsbeitrag beträgt 60 Euro, Fördermitglieder können einen freiwillig höheren Beitrag wählen. Mit den Einnahmen wollen wir nicht nur die laufenden Kosten und Ausgaben des Vereins decken, sondern vor allem unsere Öffentlichkeitsarbeit professionalisieren und die erste Preisverleihung gut vorbereiten.
Wir freuen uns deshalb über neue Mitglieder. Hier geht es zum Beitrittsformular.
Wir sind auch auf Spenden angewiesen, damit wir unser ehrenamtliches Engagement weiter und unabhängig gestalten können. Spenden können Sie auf folgendes Konto:
Werner-Schulz-Initiative e.V.
Konto 1339485400
IBAN: DE14 4306 0967 1339 4854 00
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen, Vorschläge und Unterstützung.
Mit besten Grüßen,
Thomas Vogel
Vorsitzender des Vorstands im Namen der Werner-Schulz-Initiative