Die Entstehungsgeschichte
Initiative zu einer bleibenden Erinnerung an Werner Schulz (1950 – 2022)
Werner Schulz war einer der prägenden deutschen und europäischen Politiker und ein großer Verbündeter der demokratischen Zivilgesellschaften in Ost und West – als Bürgerrechtler und Friedensaktivist in der DDR, als Mitstreiter des Neuen Forums in der Zeit der Friedlichen Revolution, als Mitgestalter der vereinten Partei Bündnis90/Die Grünen, als langjähriger Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament sowie aktiver Mahner vor den Diktaturen und der Kriegsgefahr in Osteuropa.
Mit einem Werner-Schulz-Preis und einem Werner-Schulz-Stipendium sollen jährlich Menschen, Initiativen oder Organisationen aus europäischen Ländern eine Ehrung und finanzielle Unterstützung für ihre Aktivitäten erhalten, die in Zivilgesellschaft, Kultur, Medien, Politik, Bildung oder Forschung zentrale Ideen und Werte für die Werner Schulz stand, auf ihre Weise weitertragen. Jährlich zum Geburtstag von Werner Schulz am 22. Januar soll es eine Festveranstaltung geben, bei der die Preisträger:innen ausgezeichnet werden.
Für die Initiative hat sich 2023 eine Gruppe von Freund:innen und ehemaligen Kolleg:innen von Werner Schulz aus Politik und Zivilgesellschaft zusammengefunden. Am 26. Juni 2024 hat sich daraus ein eingetragener Verein gegründet. Die Werner-Schulz-Initiative wird von über 50 prominenten internationalen Erstunterzeichner:innen aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft unterstützt.
Er wollte diese gemeinsame Freiheit ohne Abstriche für die Menschen in allen Ländern Europas – insbesondere in Mittel- und Osteuropa – verwirklicht sehen und forderte dieses Recht unentwegt ein. Dafür hat Werner Schulz bis zu seinem letzten Lebenstag gekämpft, der in einer drastischen Symbolik genau auf den 9. November fiel – den Jahrestag der Öffnung der Berliner Mauer und zugleich historischer Schicksalstag der Deutschen, wie er ihn selbst nannte.
Ohne Werner Schulz wären viele Ereignisse in der Bundesrepublik nach 1989 weniger transparent verlaufen, hätten die Erfahrungen der Ostdeutschen in den letzten 30 Jahren weniger Gehör gefunden und demokratiefeindliche Entwicklungen in Europa weniger Widerstand erfahren. 2022 hat er dafür den Deutschen Nationalpreis erhalten.
Werner Schulz hat immer wieder junge Menschen, die sich engagieren wollten, mit ehrlichem Interesse und intensiven Gesprächen auf ihrem Weg begleitet. Er traf und unterstützte demokratisch gesinnte Menschen und Initiativen, vor allem in den Ländern Osteuropas, setzte sich aktiv für politisch Verfolgte ein und beteiligte sich persönlich an symbolhaften Aktionen – etwa der öffentlichen Verlesung von Namen der Opfer sowjetischer Repressionen in Moskau, just gegenüber dem Hauptquartier des russischen Geheimdienstes.
Wir wollen eine bleibende Erinnerung an Werner Schulz schaffen, die seinem Leben und seinem Lebenswerk gerecht wird. Sein Vermächtnis liegt in seinem jahrzehntelangen Handeln für ein gemeinsames, demokratisches und friedliches Europa. Wir sind überzeugt, dass ein Andenken an seine unbeugsame Haltung, Beharrlichkeit, (selbst)kritische Denkweise und praktische Solidarität, an seinen persönlichen Mut, Freiheitswillen und Gerechtigkeitssinn denjenigen den Rücken stärken kann, die mit ihrem Handeln in der heute von vielen Krisen bedrohten Welt für die gleichen Werte eintreten.
Für diese jungen Menschen geht es mehr denn je um eine lebenswerte, friedvolle und nachhaltige Zukunft. Ihr Einsatz, ihr Engagement und ihr Mut sind unabdingbare Voraussetzungen für den Zusammenhalt unserer demokratischen und weltoffenen Gesellschaften.
Wir sind überzeugt: Man kann Mut auch aus der Erinnerung an Menschen schöpfen, die man vielleicht persönlich nicht gekannt hat, aber deren Handeln Vorbild für uns alle sind.
Geplante Formate für die Initiative
